Letztes Update: 17.10.2014
Behandelte Befehle: print, println, Kommentare

Lernziele

  • Programme schreiben und starten
  • Programme speichern und auf der Festplatte finden
  • Kommentare verwenden
  • Text auf der Konsole ausgeben

Hier lernen Sie Ihr Arbeitswerkzeug kennen, also die Software, in der Sie Ihren Code schreiben, speichern und starten können: Processing.

Weil so viele Funktionen in diese Software integriert sind, nennt man sie integrierte Entwicklungsumgebung, auf Englisch Integrated Development Environment oder kurz IDE. Die Programmierumgebung heißt "integriert", weil sie drei Leistungen erbringt:

  • Code-Editor: Sie können Code in der Sprache Processing schreiben
  • Compiler: Die Umgebung übersetzt Ihren Code in Maschinensprache
  • Runtime-Engine: Sie können den übersetzten Code starten und laufen lassen

Als erstes müssen wir die Processing-IDE installieren. Dann können wir die Befehle aus Kapitel 1: Zeichnen ausprobieren.

2.1 Erste Schritte

Installation

Laden Sie zunächst das Installationspaket unter https://processing.org/download runter. Sie können dort "No donation" (keine Spende) anklicken. Entpacken Sie das ZIP-Paket verschieben Sie das resultierende Verzeichnis in Ihren Programm-Ordner.

Video: Die Processing-Programmierumgebung (10:06)

Code schreiben und Programm starten

Wenn Sie Processing starten, sehen Sie ein Fenster. Schreiben Sie den Code hinein, den Sie unten im Screenshot sehen und drücken Sie auf den Start-Button.

Print-Befehl

Sie haben einen neuen Befehl gelernt! Der Befehl println gibt einen Text auf der sogenannten Konsole aus. Die Konsole ist der schwarze Bereich unten. Es gibt auch den Befehl print. Der Unterschied: println macht einen Zeilenumbruch nach der Ausgabe, d.h. der nächste Printbefehl fängt auf der nächsten Zeile an. Merken Sie sich "print line" für println vor. Sie verwenden print und println hauptsächlich zum testen Ihrer Programme und bei der Fehlersuche, aber auch, wenn Sie lediglich Textausgabe benötigen, also zum Beispiel wenn Sie Berechnungen anstellen und nur das Ergebnis sehen wollen.

print("Hallo, ");
println("Welt.");
Hallo, Welt.

Grafik-Fenster

Wenn Sie das Programm von oben starten, sehen Sie außerdem noch das folgende Fenster:

Dies ist das Grafik-Fenster. Hier werden alle Zeichenbefehle umgesetzt und hier werden wir später auch über Maus und Tastatur mit Processing interagieren.

Fehlermeldungen

Programmiersprachen sind ziemlich empfindlich, wenn es um die richtige Schreibweise geht. Wenn Processing etwas im Code nicht versteht, wird die entsprechende Zeile gelb markiert und es erscheint eine Fehlermeldung:

Erwarten Sie sich nicht zuviel von der Fehlermeldung! Sie ist oft nicht sehr aussagekräftig und auch die markierte Zeile ist häufig nur ein Folgefehler des eigentichen Fehlers. Das heißt: Bei der Fehlersuche schauen Sie über den Code an der markierten Stelle und davor!

Wo ist mein Programm?

Ihr Code bildet ein Programm. In Processing wird das auch "sketch" (engl. für Skizze) genannt, um zu betonen, dass Sie in Processing schnell Prototypen zusammenprogrammieren können.

Sketchbook

Wenn Sie Ihr Programm speichern, öffnet sich wie gewohnt ein Datei-Auswahlfenster. Dieses Fenster zeigt Ihnen immer das gleiche Verzeichnes, nämlich das sogenannte sketchbook.

Sinn des sketchbooks ist es, dass Sie Ihre Werke auch direkt über das File-Menü (Untermenü Sketchbook) laden können, ohne erst im Auswahlfenster zu suchen.

Sie können (und sollten) natürlich auch Unterverzeichnisse im Sketchbook-Verzeichnis anlegen. Wo sich Ihr Sketchbook befindet, sehen Sie über die "Einstellungen/Preferences". Dort können Sie auch das Sketchbook-Verzeichnis umstellen.

Sketch ist Verzeichnis + .pde Datei

Ein Processing-Programm (Sketch) wird übrigens nicht nur in einer einzelnen Datei gespeichert, sondern es wird ein Verzeichnis angelegt. Das liegt daran, dass Sie später mehrere Dateien für Ihr Programm benötigen werden. Nennen Sie Ihr Programm "mumbai" und speichern es ab, so erstellt Processing ein Verzeichnis "mumbai" und darin eine Datei namens "mumbai.pde" (pde = processing development environment). Die .pde Datei enthält Ihren Code.

Übungsaufgabe

Formen programmieren

Nehmen Sie Ihren Code aus den vorangegangenen Übungen und probieren Sie sie in Processing aus.

2.2 Dokumentation

Sie können Kommentare in Ihren Code einfügen, um ihn leichter lesbar zu machen, sowohl für andere Programmierer als auch für sich selbst.

Es gibt zwei Arten von Kommentar: einzeilig und Block.

Einzeiliger Kommentar

Alles, was nach einem // steht wird von Processing ignoriert. So können Sie kurze Kommentare hinter eine Codezeile schreiben.

println("42"); // Sinn des Lebens?

Natürlich können Sie auch ganze Zeilen derart gestalten:

// Ein Hund kam in die Küche
// und stahl dem Koch ein Ei
println("wau");

Block-Kommentar

Sie können auch einen ganzen Bereich als ignorierbar erklären. Dazu kennzeichnen Sie den Beginn dieses Bereichs mit /* und das Ende mit */ .

/* Ein Hund kam in die Küche
und stahl dem Koch ein Ei
da nahm der Koch nen Löffel
und schlug den Hund zu Brei */
println("argh");

Machen Sie reichlich Gebrauch von Kommentaren! Man kann auch eigenen Code dann wesentlich schneller verstehen, wenn man später etwas anpassen muss.

Code "auskommentieren"

Kommentare werden nicht nur genutzt, um sachdienliche Hinweise auf die Funtionweise zu streuen, sondern auch, um mal eben schnell ein Stückchen Code rauszunehmen, wie im folgenden Beispiel in Zeile 3:

// Bin nicht sicher, was richtig ist...
// das hier?
//int a = a + 10;

// oder das hier?
int a = a + 1;

Wenn Sie die Codezeile(n) später wieder verwenden wollen, entfernen Sie einfach die Kommentarzeichen.

2.3 Hilfe & Referenz

Da eine Programmiersprache viele Befehle hat, kann man unmöglich alle Befehle (rect, ellipse, size ...) und noch weniger alle ihre Parameter (x, y, Höhe, Breite ...) auswendig kennen.

Daher ist es wichtig, dass Sie sich darin üben, die jeweilige Dokumentation einer Programmiersprache zu lesen. In manchen Kontexten nennt man eine solche Dokumentation auch das Application Programming Interface (API)

In Processing kommen Sie über das Menü Help > Reference auf die Befehlsübersicht (engl. reference). Diese wird in Ihrem Browser (Firefox, Internet Explorer etc.) geöffnet. Aber: Die Seite befindet sich auf Ihrer Festplatte, d.h. Sie müssen nicht online sein, um die Referenz zu nutzen.

Die Referenz ist nach Kategorien geordnet und listet alle Befehle auf:

Wenn Sie einen bestimmten Befehl, z.B. ellipse nachschlagen wollen, suchen Sie am besten mit STRG+F (Mac: CMD+F) den Befehl und klicken auf den Link.

Jeder Befehl ist wie folgt dokumentiert. Wichtig ist die Auflistung und Beschreibung aller Parameter. Zusätzlich finden Sie ähnliche und verwandte Befehle (engl. related).